Archiv für August 2007
Südtiroler Burgen und Ritterfestspiele
Die Schludernser Ritterspiele vom 24. – 26. August 2007
Erleben Sie Südtiroler Brauchtum und Kultur verbunden mit einem schönen Wellness Urlaub.
Zum zweiten Mal finden im Vinschgau- Schluderns die Südtiroler Ritterspiele statt.
Über 1500 Darsteller und Mitwirkende zeigen ein historisches, interessantes Fest von immenser Größe. Auf einem riesigen Festgelände umrahmt von der prächtigsten Naturkulisse die man sich vorstellen kann, dem Ortlermassiv, Burgen und Klöstern präsentiert sich die Geschichte der wohl schönsten Region Südtirols in Form einer Zeitreise mit Ritterturnieren des deutschen und italienischen Hochadels.
Es werden Nachtkonzerte, Umzüge und zahlreiche Shows aus mittelalterlicher Zeit dargestellt. Kinder bekommen erhalten besondere Aufmerksamkeit und Sie werden sicherlich begeistert sein. Familien und Kinder werden liebevoll mit einem tollen Kinderprogramm umsorgt.
Erleben Sie Historie der besonderen Art auch im Dolce Vita Hotel Paradies. Unser Chefkoch Jonas Prünster hat passend zu den Festspielen für alle Familien und Gäste des Hotels traditionelle, bodenständige Gerichte verfeinert mit mediterranem Flair vorbereitet. Kommen Sie ins Erlebnisparadies!
China, Shaolin und Dolce Vita
Wie denn? Sie fragen sich, wie das zusammenpasst? Bereits zum 2. Mal werden in der ersten Novemberwoche 2 original Shaolin-Meister aus China in den Dolce Vita Hotels zu Gast sein und für TaiJi, Qi Gong, KungFu, Meditationen und Massagen zur Verfügung stehen! Um aber mal live vor Ort dabei zu sein, haben sich 2 der 5 Dolce Vita Hotelfamilien entschlossen, einen Lokalaugenschein in China vorzunehmen und jenes Shaolin-Kloster zu besuchen, aus welchem “unsere” Meister kommen. Zurückgekehrt sind sie mit eindrucksvollen Bildern und Erlebnissen über Land und Leute, deren Kultur, Brauchtum und Gewohnheiten. Â
Brennend’ Liab
Warum findet man in Südtirol überall und vorwiegend die rote Geranie/Pelargonium an den Balkonkästen? Sie wird zudem meist nicht als Geranie bezeichnet, sondern als “Brennend’ Liab” (Brennende Lieb). Und wie kommt es, dass der Großteil der “Südtiroler Italiener” deutsch spricht? Hier einige Antworten:
Die Geschichte Südtirols beginnt mit den Verträgen von Saint-Germain im Jahre 1919, in denen diese Region von den Siegermächten des 1. Weltkrieges dem Königreich Italien zugesprochen und damit zur nördlichsten Provinz Italiens wurde. Zuvor war die Region mit dem Tiroler Land (im heutigen Österreich) verbunden und Teil der Habsburger Kaisermonarchie Österreich-Ungarn.
Am 21. Oktober 1939 schlossen Hitler und Mussolini ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschen und der ladinischen Minderheit in Südtirol. Den etwa 250.000 deutschsprachigen Südtirolern und Ladinern (80% der Wohnbevölkerung) wurde die Option für Deutschland nahe gelegt. Wer in Italien verbleiben wollte, musste die Italienisierung mit Aufgabe von Kultur und Muttersprache in Kauf nehmen.
Die schwierige Wahl zwischen unfreiwilliger Auswanderung und „Dableiben“ wurde Gegenstand heftiger Diskussionen in den Gemeinden und quer durch viele Familien. Die ersten Familien verließen schon 1939 ihre Heimat und bis 1943 waren etwa 75.000 Südtiroler ausgewandert, vorwiegend mit geringem oder keinem Besitz. Nach Mussolinis Sturz erfolgte im September 1943 die deutsche Besetzung Südtirols und Norditaliens, was die Auswanderung beendete.
Nach 1945 kehrte ein Großteil der Reichs-Optanten wieder in ihre Heimat zurück. Da das Gebiet Südtirol auch nach dem 2. Weltkrieg beim italienischen Staat blieb, erhielten jene Optanten, die im Land geblieben waren, nach dem Gruber-De Gasperi-Abkommen wieder die italienische Staatsbürgerschaft.
Die Brennend Liab, welche bis heute viele Höfe und Häuser in Südtirol im Sommer schmückt, wurde ebenfalls zu Propagandazwecken verwendet. In Gedichtform sollte mit diesem Wahrzeichen der Bauern für die jeweilige Seite geworben werden.
Version der Dableiber:
Am Erker blühet wie immer
Die leuchtende “Brennende Lieb”
Die Treue zur Heimat war stärker,
Wie jauchzen wir, dass sie uns blieb.
O blühe und leuchte Du Blume -
Ein Zeichen der Treue Du bist!
Und künde, dass Glaube und Heimat
Das Höchste für uns ist.
Version der Optanten:
So reißet vom sonnigen Erker
Die letzte brennende Lieb;
Die Treue zu Deutschland war stärker,
Das heiligste, was uns blieb.
Wir nehmen sie mit im Herzen,
Für andere dereinst Symbol;
Sie stille des Heimweh Schmerzen:
Leb wohl, du mein Südtirol!Â
Der Ritter von Juval
Ja, so manch schaurige Geschichten finden sich in Sagen- und Märchenbüchern. So gibts auch über Reinhold Messners Schloß Juval eine unheimliche Begebenheit zu berichten. Und so steht geschrieben: “In der Umgebung von Schloss Juval breiten sich einige Bauernhöfe aus, die einst zur Burg gehörten. Auf einem der Höfe, vermutlich auf Unterortl, ging es lange Zeit recht unheimlich zu. Ein schwarzer Ritter erschreckte manchmal zur Nachtzeit die Bewohner. So geschah es einmal, daß der Bauer vom Kastelbeller Markt noch nicht heimgekehrt war, und die Bäuerin mit den drei Kindern zu später Stunde noch am Ofen saß und auf den Mann wartete.
Da trat plötzlich ein schöner, schwarzgekleideter Ritter mit drei Flaschen in der Hand lautlos in die Stube, nahm stillschweigend einen Becher, der auf dem Tisch stand und füllte ihn mit Wein. Diesen bot er der Frau an. Erschrocken und mißtrauisch lehnte sie ab. Da reichte er den Wein den Kindern, denen der köstliche Trank mit jedem Schluck besser schmeckte. Während die Mutter hilfesuchend und ratlos daneben saß, tranken sie bis alle drei Flaschen geleert waren. Beim letzten Tropfen verwandelte sich der Ritter in eine schneeweiße Gestalt. Eingehüllt in einem hellen Lichterschein verschwand er, nachdem er sich für die Erlösung bedankt hatte.”
Mittlerweile ist Unterortl ein bekanntes Weingut, welches durch exzellente Weine auf sich aufmerksam macht. Diese Weine finden Sie auch auf den Weinkarten aller 5 Dolce Vita Hotels! Den schönen schwarzen Ritter sieht man heute nur noch, wenn man zu viel von dem leckeren Wein getrunken hat … – wahr oder nicht – … weiß mans?
Brot mit Geschichte – das Vinschger Paarl
Die Geschichte des Brotes im Alpenraum beginnt mit Brotfunden aus dem 4. Jahrtausend in der Schweiz. Aus Südtirol gibt es Belege für Spelzgerste und Einkorn bereits aus dem Neolithikum. Die Römer bauten in Südtirol Weizen, Gerste, Roggen und Hirse an, wobei sich vor allem Roggen als widerstandsfähiges Korn durchsetzte. Bedingt durch das raue, aber relativ trockene Klima und durch die Abgeschiedenheit der bäuerlichen Hochsiedlungen, entwickelte sich in Südtirol schon im angehenden Mittelalter eine eigene Art der Vorratswirtschaft. Eine der gängigsten Brotsorten im Mittelalter war das „Vinschger Paarl“.
Das “Ur-Paarl nach Kloster Art” ist die ursprüngliche und älteste Variante des “Vinschger Paarls”, des typischen schmackhaften Brotes aus dem Vinschgau aus dunklem Roggenmehl. In der traditionellen Form werden – wie der Name bereits andeutet zwei rund geformte flache Laibe zu einem “Paar” vereint.
Das Originalrezept gehört den Benediktinermönchen des Klosters Marienberg (oberhalb von Burgeis), und die Bäcker, die sich an ihre Anweisungen halten, stellen das Ur-Paarl mit natürlicher Hefegärung aus Roggenmehl her.
Auch heute noch findet man an verschiedenen Bergbauernhöfen den typischen Brotbackofen neben dem Bauernhaus. Vielfach wird dort noch 2-3mal jährlich eine große Menge an Vinschger Paarlen gebacken, die dann in der Vorratskammer aufbewahrt werden. Zum Trocknen wurden die Paarlen in den Brotrahmen geschichtet, geschnitten wurden die harten Paarlen dann in der Gramml (ugs. Gromml).
Das Vinschger Paarl darf bei einer zünftigen Marende nicht fehlen, aber auch in getrocknetem Zustand ist es Basis herrlich schmackhafter Gerichte, wie z. B. für die Vinschgauer Brotsuppe.
Geschichtlichen Überlieferungen zufolge wurden früher nach Beerdigungen beim “Leichenschmaus” nur halbe Paarlen gereicht.



