Archiv für April 2009
Ötzi – Der Mann aus dem Eis
Alle kennen ihn unter dem Spitznamen Ötzi, abgeleitet vom Namen des Ötztales an der Grenze zwischen Österreich und Italien, wo die Gletschermumie 1991 entdeckt wurde. Wegen weniger Meter stehen die „Eigentumsrechte“ an diesem Fund dem italienischen Staat zu, aber die Forschungen an der Mumie vom Similaun, die von den Wissenschaftlern der Universität Innsbruck und vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz durchgeführt wurden, haben diesen Fund zu einem Forschungsobjekt von Weltrang gemacht. Der im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellte Mann aus dem Eis (Ötzi) gehört mittlerweile zu den bekanntesten und bedeutendsten Mumien der Welt. Das Besondere und Einmalige an diesem Fund besteht darin, dass ein Mann – mitten aus dem Leben gerissen – in vollständiger Kleidung und Ausrüstung erhalten blieb. Geöffnet ganzjährig, außer am Montag, jeweils von 10.00 – 18.00 Uhr, Eintrittspreis Euro 9,00, Informationen unter 0471/320100, www.iceman.it. Sonderausstellung vom 10.03. – 25.10.2009: Mumien – Der Traum vom ewigen Leben.
Der blaue Schurz
Fixer Bestandteil der Arbeitsgarderobe in Südtirol…Den Besuchern Südtirols fällt sofort auf, dass die Bauern und Handwerker an Wochentagen eine blaue Schürze tragen.
Es scheint, dass sie sie nicht entbehren können, ohne das weiße oder karierte Hemd und darüber bis zu den Knien die Schürze, fühlen sie sich nur halb angezogen. Die blaue Schürze ist zum Abzeichen der männlichen Südtiroler Arbeitswelt geworden, und die gefällige Farbe erhellt den vielleicht grauen Alltag. Die Schürze ist sehr praktisch und findet mancherlei Verwendung. Oft ist sie mit gestickten Blumen oder einem humorvollen Spruch verziert wie etwa lustig und ledig, im Wein liegt die Wahrheit oder Bauer mit Herz…
Ob Nutzen oder einfach Gewohnheit: Der blaue Schurz passt in Südtirol wie das Amen nach dem Gebet!
Im Gegensatz zu anderen Schürzen besteht die Burggräfler Männerschürze, das “Firtig” aus zwei Stücken, einem “Brüstl” (Brustlatz) mit rundem Halsauschnitt und dem rechteckigen Unterteil mit drei kleinen Falten. Diese Schürze diente früher nur dem Schutz der Kleidung. Sie wird heute auch von der bäuerlichen Bevölkerung nur mehr selten getragen. Die Wirte und Bauern trugen früher an Sonn- und Feiertagen weiße Schürzen. Sie sind die Tracht der Männer zwischen fünf und fünfundsiebzig. Die Schürze heißt im Dialekt “Fürtig” oder “Firtig”, was soviel wie Vortuch bedeutet.
Die Schürzen gehören längst den Weinbauern nicht mehr allein. Sie werden auch von Leuten getragen, die sich bei der Arbeit die Hände nicht schmutzig machen.
Wussten Sie, dass ein aufgedrehter, blauer Schurz „Feierabend“ bedeutet?Nach getaner Arbeit wird die rechte Ecke vom Schurz zum Rücken gezogen und dort in die Schurzbänder eingedreht, während die linke Ecke vorne nach unten schaut.






