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Weihnachtsmann oder Christkind?

Während in manchen Ländern der Weihnachtsmann, in Italien die Befana oder mancherorts Santa Claus die Weihnachtsgeschenke bringt, ist es in Südtirol und in anderen katholischen Familien weltweit, das Christkind.

Die „Erfindung“ des Christkinds

Im 16. Jhr., zur Zeit des Reformator Martin Luther, wurden die Kinder am Nikolaustag, den 6. Dezember beschenkt. Die Figur des Nikolaus geht auf den Bischof von Myra (343 n.C.) zurück, der sich besonders für Kinder einsetzte und diesen heimlich Geschenke machte. Sein Todestag war ein 6. Dezember und somit begann man im Mittelalter an diesem Tag Geschenke an Arme und Kinder zu verteilen. Dieser Brauch war Martin Luther jedoch ein Dorn im Auge, denn er wollte alle katholischen Heiligen abschaffen. Die Protestanten mochten aber nicht auf die Bescherung am 6. Dezember verzichten, also musste eine für alle zufriedenstellende „Lösung“ gefunden werden. Als Ersatz sollte der „heilige Christ“ am Heiligen Abend die Geschenke bringen. Der „heilige Christ“ wurde später als Chriskind verniedlicht. Ob tatsächlich das neugeborene Jesukind zum Spender der Geschenke wurde, ist aber nicht klar, denn meist wurde das Christkind als bereits 10- bis 15-jähriges Kind mit meist eher weiblicher Erscheinung dargestellt. Somit wurde also das Rätsel, wer oder was das Christkind ist, bis dato noch nicht gelöst, sicher ist nur, dass es wie Kollege Nikolaus nachts ganz heimlich die Geschenke bringt.

Der Seitenwechsel von Christkind und Nikolaus

Eine Südtiroler Weihnachtskrippe, in der Mitte der "heilige Christ"

Um ca. 19 Jhr. wurde das Christkind dann auch von den Katholiken angenommen und in den darauffolgenden 30 Jahren wechselten Nikolas und Christkind die Seiten: Kinder im überwiegend katholischen Süden und Westen glaubten an das Christkind und im Norden und Westen glaubte man an den Nikolaus, diese hatte sich zwischenzeitlich jedoch in einen Mann mit weißem Rauschebart und rotem Umhang verwandelt.

Der Nikolaus wird zum Weihnachtsmann

Die Figur des Nikolaus mit weißem Bart und rotem Umhang verschmolz immer mehr mit seinem Gehilfen, dem bösen Knecht Ruprecht. Der Nikolaus wurde somit zum Weihnachtsmann mit Sack, Rute und Stiefel, der Bischofshut wurde zur roten Zipfelmütze. 1863 wurde der Weihnachtsmann erstmals von einem amerikanischen Karikaturisten gezeichnet und Jahre später durch die Coca-Cola Werbung so populär.

Bereits morgen Abend, dem heiligen Abend, wird das Christkind auch in Südtirol wieder für leuchtende Augen sorgen.  Traditionell wird am Vormittag der Weihnachtsbaum geschmückt und die meist handgeschnitzte Weihnachtskrippe aufgestellt. Am Abend folgt die Bescherung, ein Festessen mit Glühwein und diesem meist ein Besuch der Christmette.

Glühwein selber machen!

Glühwein – der heiße Klassiker für kalte Tage

Den herrlichen Duft von rotem oder weißem Glühwein kann in diesen Tagen auf den Südtiroler Weihnachtsmärkten niemand entkommen! Neben selbstgebackenen Keksen, Südtiroler Zelten und vielem mehr gehört dieses alkoholhaltige heiße Getränk zu der traditionellen Südtiroler Weihnachtszeit. Bereits im Mittelalter wurde verschiedenen Weinen Gewürze hinzugefügt und diese wurden dann kalt getrunken.

Die Herstellung von Glühwein

Weiß- oder Rotwein werden erhitzt und gesüßt. Hinzugefügt werden verschieden weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Nelken, Sternanis und Zitronenschale. Der Glühwein sollte nicht über 80 Grad erhitzt werden, da sonst der Alkohol verdampft. Bei den Varianten mit Rum, oder Likören wie Amaretto spricht man von Punsch, der sich auch großer Beliebtheit erfreut.

Südtiroler Glühwein

Glühwein selber machen

1 Liter Weiß- oder Rotwein (je nach Geschmack), etwas Zucker, eine Zimtstange, 2-3

Gewürznelken und 1 Stück Zitronenschale in einen Topf geben und für 1 Stunde ziehen lassen, anschließend den Wein mit den gesamten Zutaten erhitzen (nicht kochen) und schon fertig ist der Südtiroler Glühwein!

…und warum denn nicht zu Silvester auf das neue Jahr mit Glühwein anstoßen?

Krampusumzüge in Südtirol

Der Brauch des Krampusumzugs

In den ersten Dezembertagen gibt es in vielen Dörfern Südtirols und im gesamten alpenländischen Bereich, neben den traditionellen Weihnachtsmärkten, ein schönes schauriges Treiben: als Krampus Verkleidete ziehen mit Glocken durch die Strassen um die Passanten zu erschrecken, nicht selten machen sie dabei auch von ihren Ruten Gebrauch. Der Krampustag ist der 5. Dezember, während das Fest des heiligen Nikolaus auf den 6. Dezember fällt.

Krampusmaske

Die Geschichte der Krampusse

Der traditionelle Brauch des Krampusumzugs (auch Perchtenlauf genannt) lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurück verfolgen und war ursprünglich im gesamten Habsburgerreich verbreitet. Verboten wurde der Krampusbrauch während der Inquisition: Auf das Verkleiden als teuflische Gestalt stand die Todesstrafe. Der Einkehrbrauch kam von den Klosterschulen. Der Nikolaus, begleitet von Teufeln oder Krampussen, besuchte die Kinder und beschenkte diese, wenn sie brav waren, während die unartigen Kinder vom Krampus bestraft wurden.

Der Name Krampus

Der Name Krampus stammt vom mittelhochdeutschen Wort „Krampen“ (Kralle) oder dem Bayrischen Wort „Krampn“ (etwas Lebloses). Beindruckend ist der Schaulauf des Tuiflclub Latsch, der alle 2 Jahre im November in Latsch stattfindet. Das 3. Latscher Schaulaufen findet am 10. November 2012, mit Beginn um 17.00 Uhr statt. 30 verschiedene Krampusgruppen aus Österreich, der Schweiz und Südtirol zogen 2010 durch die Latscher Gassen.

 

Herbst in Südtirol: Warum werden die Blätter bunt?

Warum färben sich die Blätter bevor sie abfallen?

Leuchtend bunt hängen die Blätter im Herbst in Südtirol auf den Bäumen von Weinbergen, Obstplantagen und in den Bergen. Zuerst sind es nur ein oder zwei Blätter, die sich zu Herbstanfang leicht verfärben und dann plötzlich überall ein Farbenmeer von kräftigem Orange, knalligem Gelb und leuchtendem Rot. Aber warum färben sich Blätter eigentlich bevor sie abfallen?

Chlorophill, der grüne Farbstoff

Alle Pflanzen enthalten den grünen Farbstoff Chlorophyll, dieser Farbstoff befindet sich in den Chloroplasten. In den Chloroplasten werden das Wasser, welches die Pflanze über die Wurzeln aufnimmt, das Kohlendioxid, wird aus der Luft aufgenommen, und das Sonnenlicht mit Hilfe des Farbstoffs Chlorophyll verarbeitet. Das Resultat dieses Vorgangs, der Photosynthese, sind: der Traubenzucker, dieser gibt der Pflanze Energie und das Abfallprodukt Sauerstoff. Im Winter sind die Tage kürzer und die Sonnenstunden deutlich seltener, daher wird das Chlorophyll im Herbst abgebaut. Die restlichen übrigen Nährstoffe im Blatt werden in das Speichergewebe des Stammes transportiert und können dann im Frühling neue Knospen treiben. So bald das Chlorophyll den Blättern entzogen ist, färben sich die Blätter, die eigentlich das ganze Jahr über bunt sind, nur überdeckt der grüne Farbstoffe in den wärmeren Jahreszeiten alle anderen Farbtöne. Würden sich die Blätter im Herbst in Südtirol nicht bunt färben, könnte die Pflanze im Frühling auch keine neuen Knospen bilden.

Wieso Bäume Blätter verlieren

Die Blätter der verschiedenen Pflanzen speichern nicht nur Nährstoffe, sondern auch Wasser, welches aus dem Boden aufgenommen wird. Dieses Wasser könnte bei erstem Frost im Herbst in Südtirol in den Blättern gefrieren und so dem Baum schaden, der in diesem Fall sogar verdursten könnte. Der Baum würde das gefrorene Wasser nicht mehr speichern können und somit austrocknen. Zu viele Blätter würden den Baum zusätzlich im Winter gefährden, in schneereichen Zeiten würden die Äste dem vielen Schnee auf dem Blätterdach nicht standhalten können und unter dieser Last abbrechen.

Traumhaft schöne Tage und diese einzigartige Farbenpracht im Herbst in Südtirol eignen sich auch im November noch für Wanderungen und erholsame Spaziergänge im Urlaubsparadies Südtirol!

Herbst in Südtirol

 

 

Der Apfelanbau in Südtirol

Das Apfelanbaugebiet Südtirol

In Südtirol werden auf 18.000 Hektar und 8.000 Südtiroler Familienbetrieben Äpfel angebaut. Im Durchschnitt verfügt ein Betrieb in Südtirol über 2,5 bis 3 Hektar Anbaufläche. Das Apfelanbaugebiet erstreckt sich von Salurn, das Etschtal, das Burggrafenamt hoch bis in den oberen Vinschgau. Auch im Eisacktal werden noch Äpfel angebaut. Das mediterran geprägte Klima in Südtirol, mit viel Regen im Frühling, Sonne im Sommer und Herbst, ist ideal für den Apfelanbau. 300 Sonnentage im Jahr und ca. 800 mm an Niederschlagsmenge garantieren die gute Qualität der Südtiroler Äpfel. 10 % der gesamten geernteten Menge in Europa kommt inzwischen aus Südtirol.

Apfelblüte im Frühling

Die Geschichte des Apfelanbaus in Südtirol

Der Apfel kommt ursprünglich aus Mittelasien. Bereits die Römer und Griechen schätzten diese besondere und sehr gesunde Frucht. In Südtirol wurden Äpfel lange Zeit nur zur Selbstversorgung angebaut, erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Obstbaugenossenschaften gegründet. Im Jahre 1988 entstand die Arbeitsgemeinschaft für den integrierten Anbau. Unter dieser Arbeitsgemeinschaft, AGRIOS genannt, werden Äpfel schonend angebaut, das heißt, dass auch Schädlinge mit natürlichen Mitteln bekämpft werden. Das europäische Qualitätssiegel „geschützte geografische Lage“ wurde dem Südtirol Apfel im Juni 2005 verliehen. 11 Apfelsorten tragen den Siegel „Südtirol Apfel g.g.A.“. Dieser Siegel beweist dem Endverbraucher die Herkunft der Äpfel und somit deren Qualität, auch garantiert dieser Siegel die Rückverfolgbarkeit vom Südtiroler Bauern bis zum Konsumenten.

Die Apfelsorten in Südtirol

Die Apfelsorten in Südtirol sind vielfältig, ob süß oder sauer, aromatisch oder mild, Egal welche Sorte, ein gesunder Südtiroler Apfel ist ein Hochgenuss. Hier jedoch ein Überblick über die verschiedenen Apfelsorten in Südtirol:

  • Braeburn (frisch, saftig, aromatisch, Herkunft: Neuseeland)
  • Elstar (fein-säuerlich, aromatisch, Herkunft: Niederlande)
  • Fuji (äußerst aromatisch, knackig, saftig-süß, Herkunft: Japan)
  • Gala (knackig und saftig, wenig Säure, Herkunft: Neuseeland)
  • Golden Delicious (saftig, süß aromatisch, feine Fruchtsäure, Herkunft: USA)
  • Granny Smith (säuerlich, Herkunft: Australien)
  • Idared (knackig und saftig, Herkunft: US)
  • Jonagold (saftig, aromatisch, süß-säuerlich, Herkunft: USA)
  • Kanzi (sehr knackig, erfrischend, süß-säuerlich, Herkunft: Belgien)
  • Modi (saftig, frisch, Herkunft: Italien)
  • Morgenduft (frisch, süß-säuerlich, Herkunft: USA)
  • Pink Lady (knackig, aromatisch, Herkunft: Australien)
  • Pinova (süß-säuerlich, erfrischend, Herkunft: Deutschland)
  • Red Delicious/Stark (saftig-süß, sortentypisch, Herkunft: USA)
  • Rubens (frisch, angenehm süß, Herkunft: Italien)
  • Winesap (saftig, säuerlich, Herkunft: USA)

Südtiroler Äpfel: Vitaminbomben und Schlankmacher

„One apple a day keeps the doctor away“  – an dieser alten Weisheit könnte etwas dran sein, denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen, die regelmäßig einen Apfel essen, bestimmten Krankheiten vorbeugen und seltener an Krebs erkranken. 13 Vitamine und 20 verschiedene Mineralien, dazu noch Antioxidantien, Spurenelemente, Ballaststoffe und der Stoff Pektin (bindet Schadstoffe und führt diese ab) sorgen dafür, dass der Apfel als das gesündeste Obst bezeichnet wird. Wer Äpfel nicht so gerne frisch verzehrt, der kann diese auch zum Kochen oder Backen verwenden, wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Südtiroler Apfelstrudel?

 

Südtiroler Äpfel der Sorte Red Delicious kurz vor der Ernte

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