Archiv für die Kategorie „Geschichte“
Der Laaser Marmor
Ein beliebter Rohstoff aus dem Vinschgau
Der Laaser Marmor ist eine harte, widerstandsfähige und wetterbeständige Marmorsorte aus dem Vinschgau, er wird hier auf dem Nördersberg im Laaser Tal bei Laas und am Göflaner Berg abgebaut. Der Begriff „Laaser Marmor“ hat sich im Laufe des 19. Jahrhunderts durchgesetzt und gefestigt. Allmählich gewann der Laaser Marmor immer mehr an Berühmtheit und wurde von Steinbildhauern und Architekten bevorzugt verwendet. Insgesamt existieren 14 Handelssorten des Laaser Marmors von welchen jedoch nur 4 im Handel sind. Im Mittelalter wurde der edle Marmor vor allem als Werkstoff für Portale, Wappensteine und Ornamente von Burgen im Vinschgau verwendet, so beispielsweise im Schloss Tirol.
Künstler stellten daraus Taufsteine, Altäre oder Grabsteine her, eines der ältesten bekanntesten Werke im Vinschgau ist das Marmorrelief im karolingischen St. Benediktskirchlein in Mals. Während der Renaissance benutzten mehrere Vinschgauer Schlösser den schönen Laaser Marmor als Rohstoff, so beispielsweise die Churburg, das Schloss Goldrain oder die Schlandersburg. Der berühmte Bildhauer Gregor Schwenzengast aus dem Martelltal stellte um 1700 verschiedene Kunstwerke aus dem Laaser Marmor her, so auch ein Grabdenkmal in der Latscher Pfarrkirche für den Adligen Kleinhaus, dem Erbauer des Roten Schlosses in Latsch.
Der Laaser Marmor ist weltweit begehrt, so wurde er beispielsweise bei verschiedensten Denkmälern in Wien verwendet, wie dem Mozartdenkmal, der Pestsäule oder dem Pallas- Athene- Brunnen vor dem Parlament. Weitere Beispiele internationaler Verwendung sind das Schiller- Denkmal in Dresden oder das Moltke- Denkmal in Berlin. Das wohl bekannteste Denkmal erbaut aus dem Laaser Marmor ist das American Battle Monument Commission. In den 1950er Jahren wurden 86.000 Grabkreuze und -steine aus dem Laaser Marmor für die in Europa gefallenen Soldaten nach Amerika geliefert, später folgten weitere Aufträge. Diesen Beitrag weiterlesen »
Meran- eine Kurstadt mit Tradition
Ein Kurort der besonderen Art
Meran ist nach der Landeshauptstadt Bozen die zweitgrößte Stadt Südtirols und besticht durch ein besonderes und charmantes Ambiente. Die berühmte Kurstadt liegt in einem von hohen und imposanten Berggruppen umgebenen Talkessel, in welchen malerische Täler wie der Vinschgau, das Passeiertal oder das Etschtal münden. Schon seit dem 19. Jahrhundert gilt Meran dank dem milden und fast schon mediterranen Klima als beliebter Kurort. Die malerische Kurstadt besitzt eine lange Geschichte und Tradition als Kur- und Fremdenverkehrsort. Sie stellte außerdem eine der ersten Touristenhochburgen während der Zeit des Habsburgerreiches dar, hier trafen sich schon damals illustre Gäste aus Politik und Kultur.
Hauptgründe für die Beliebtheit der Kurstadt sind natürlich das milde Klima und die reine Luft, die zur Heilung von Lungenleiden beitrug. In Meran zählt man rund 300 Sonnentage im Jahr, die Stadt ist durch die Texelgruppe im Norden und Nordwesten vor kalten Winden und Niederschlägen geschützt. Hier gedeihen unter anderem südliche Pflanzen wie Palmen oder Zypressen.
Ende 2005 wurde im Herzen der Stadt die neue Therme Meran eröffnet, hier kann man Wellness Meran in einem stilvollen und modernen Ambiente genießen. Die Thermenanlage ist durch einen Kubus aus Glas, Stein und Stahl gekennzeichnet und wurde vom Stararchitekten Matteo Thun entworfen. Bis in die heutige Zeit hat sich Meran und dessen Umgebung somit als beliebte Kurregion profiliert, hier mischen sich alpine Tradition mit mediterranen Nuancen in einer malerischen und sonnenverwöhnten Landschaft.
Das Schloss Sigmundskron
Die Geschichte des Schloss Sigmundskron bei Bozen
Die Festung- und Burganlage Sigmundskron oberhalb von Bozen in Südtirol, wurde im Jahre 945 erstmals als „Formicaria“ geschichtlich erwähnt. Kaiser Konrad II hat die Burg 1027 dem Trientner Bischof übergeben, welcher diese im 12 Jhr. an Ministeriale überschrieb, ab dann wurde die Burg Firmian genannt. 1473 kaufte der Herzog Sigmund der Münzenreiche, Landesfürst von Tirol, die Festungsanlage, benannte diese Schloss Sigmundskron und ließ so umbauen, dass der Burg Feuerwaffen nichts anhaben konnten. Von der alten Anlage Firmian blieben nur mehr kleine Reste übrig. Finanzielle Schwierigkeiten nötigten den Landesfürst bald dazu, die Burg zu verpfänden, die daraufhin zunehmend verfiel. Gegen Ende des 18. Jhr. ging Schloss Sigmundskron an die Grafen Wolkenstein über, dann an die Grafen von Sarnthein (1807-1870) und anschließend bis 1994 an die Grafschaft Toggenburg. 1996 erwarb die Provinz Bozen das Schloss und 2003 erhielt der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner die Konzession für sein Bergmuseum.
Schloss Sigmundskron als Zeichen der Südtiroler Autonomie
Sigmundskron ist ein wichtiges politisches Symbol für die Südtiroler Bürger. 1957 fand auf dem Schloss unter Silvius Magnago, längjähriger Landeshauptmann, die größte Protestkundgebung in der Geschichte Südtirols statt. 30.000 Bürger versammelten sich um gegen die Nichteinhaltung des Pariser Abkommens zu protestieren und forderten die Freiheit für Südtirol.
Das Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron
Heute ist auf Schloss Sigmundskron (neben Schloss Juval, Sulden am Ortler, Ripa und in den Dolomiten) eines der 5 Messner Mountain Museen untergebracht. Kunst und Reliquien, Wege, Treppen und Türme führen die Besucher durch das Museum das die Auseinandersetzung von Berg und Mensch thematisiert. Entstehung und Ausbeutung der Berge, sowie die religiöse Bedeutung werden nachvollziehbar. Beeindruckend auch die Darstellung der Geschichte des Bergsteigens sowie des alpinen Tourismus. Geöffnet ist das Museum vom ersten Sonntag im März bis zum dritten Sonntag im November, von 10.00 bis 18.00 Uhr. Donnerstag ist Ruhetag.
Das Kloster Säben in Südtirol
Link 1
Die Benediktinnerinenabtei Säben bei Klausen in Südtirol
Auf einem Felsen, 200 Meter oberhalb von Klausen im Eisacktal, liegt das Kloster Säben umgeben von malerischen Weinbergen. 4 Kirchen befinden sich heute auf dem Berg, welche auch auf auch für Besucher zugänglich sind: Die Marienkapelle, die Liebfrauenkirche, die Klosterkirche und die Heilig-Kreuz-Kirche am höchsten Punkt der Anlage. Das Kloster selbst steht den Besuchern nicht offen. Das älteste christliche Zeugnis ist ein in Felsen gehauenes Taufbecken (4. Jhr.) Die 15 Benediktinnerinen leben auch heute noch in strenger Klausur und widmen sich vor allem dem Gebet und der häuslichen Arbeit, sie leben von Garten- und Landwirtschaft, Obst- und Weinbau aber betreuen auch Pilger und nehmen im Sommer Gäste im Gästhaus auf, da Säben nach wie vor ein sehr beliebter Wallfahrtsort ist.
Die Geschichte des Kloster Säben
Der Berg, auf welchem heute einer der schönsten Klosteranlagen Südtirols (neben dem Kloser Marienberg und die Klosteranlage in Karthaus) liegt, war schon in der Jungsteinzeit besiedelt und diente damals bereits als Kultplatz. In frühchristlicher Zeit wurde hier die erste Kirche gebaut und ab dem 6. Jhr. residierte ein Bischof in Säben, auf dessen Bistum Sabiona das heutige Titularbistum Sebena zurück geht. 960 wurde der Sitz des Bischof nach Brixen verlegt, an die für die mittelalterliche Reichspolitik so wichtige Brennerstaße. Säben blieb fürstbischöfliche Wehrburg und wurde Verwaltungszentrum der südlichen Gebiete des Bistums Brixen und auch zeitweise Sitz des Richters von Klausen. 1533 traf ein Blitzschlag die Bergfestung und äscherte diese ein. Erst 1,5 Jhr. später nahm sich der Klausener Stadtpfarrer Kanonikus Dr. Matthias Jenner der Ruine an. 1680 errichtete er auf dem Berg das Kloster, welches von den Nonnen des Salzburger Sitftes Nonnberg bezogen wurde. Durch Dekret des Brixner Fürstbischofs Johann Franz Graf Khuen wurde das neue »Kloster zum Heiligen Kreuz von Säben« 1686 feierlich eröffnet. Von da an hatte das Kloster schwere Prüfungen zu bestehen: mehrmalige Besatzung, Plünderungen und auch die Aufhebung des Klosters durch die bayerische Regierung, aber die Schwestern ließen sich nicht vertreiben. Seit 1910 lebt die Kommunität nach den Satzungen der Beuroner Frauenklöster. Der Weltkrieg unterbrach die aufstrebende Entwicklung der Südtiroler Abtei wieder, die nach 1918, nunmehr im Staat Italien, wieder notvolle Jahrzehnte durchzustehen hatte, aber die Verbindung zu den österreichischen und deutschen Abteien riss nie mehr ab, und der Hilfsbereitschaft der Mitbrüder und Mitschwestem nördlich der Brennergrenze war es zu verdanken, dass auf dem 18. Beuroner Generalkapitel 1974 der Anschluß Säbens an die Kongregation auch juridisch zustande kam.
Die Ruine des Hotel Paradiso im Martelltal
Auf 2.2160 m Meereshöhe, hinter dem Stausee am Ende des schönen Martelltales liegt die faszinierende rote Ruine des ehemaligen Luxushotel Paradiso, oder des Hotel Albergo Sportivo Valmartello al Paradiso del Cevedale wie es damals genannt wurde. Eingeschlossen von Kiefern und Lärchen und umgeben von 3.000ern besitzt diese Ruine etwas Mystisches und Paradiesisches. Gebaut wurde das Hotel Paradiso von 1933 bis 1935 von einer Aktiengesellschaft unter Oberst Emilio Penatti und dem Stararchitekten Gio Ponti aus Mailand. Wärend heute die Ruine rot ist, war damals das Hotel grün gestrichen. Anfreunden konnten sich die Bewohner des Martelltal nie mit diesem modernen Gebäude, architektonisch gesehen blieb es für die Marteller Bürger eine “Schupf” (Garage). Das Luxushotel für reiche Gäste verfügte bereits damals über 250 Betten, Post- und Telegraphenamt im Haus, Metzger, Konditor, Friseur, Masseur, Skilehrer, Lesesaal mit englischen Kaminen, Sauna und Taverne. Die Blütezeit des Hotel Paradiso im Martelltal dauerte nicht lange, sie fand bereits mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ein jähes Ende. 1943 wurde das Hotel von der deutschen Wehrmacht besetzt und wurde als Erholungsgebiet für die deutschen Soldaten genutzt. 1952 wurde es an den Reeder Benati aus Venedig verkauft, welcher das Gebäude erweitern und rot streichen ließ, es jedoch nicht wiedereröffnete und seitdem leer steht. Im Jahre 1966 ging es in den Besitz der Südtiroler Brauereifamilie Fuchs über. Heute kann die Ruine des Hotel Paradies im Martelltal nur noch von außen besichtigt werden, dennoch kann man den Luxus und Charme der längst vergangenen Jahre spüren.






