Der blaue Schurz
Fixer Bestandteil der Arbeitsgarderobe in Südtirol…Den Besuchern Südtirols fällt sofort auf, dass die Bauern und Handwerker an Wochentagen eine blaue Schürze tragen.
Es scheint, dass sie sie nicht entbehren können, ohne das weiße oder karierte Hemd und darüber bis zu den Knien die Schürze, fühlen sie sich nur halb angezogen. Die blaue Schürze ist zum Abzeichen der männlichen Südtiroler Arbeitswelt geworden, und die gefällige Farbe erhellt den vielleicht grauen Alltag. Die Schürze ist sehr praktisch und findet mancherlei Verwendung. Oft ist sie mit gestickten Blumen oder einem humorvollen Spruch verziert wie etwa lustig und ledig, im Wein liegt die Wahrheit oder Bauer mit Herz…
Ob Nutzen oder einfach Gewohnheit: Der blaue Schurz passt in Südtirol wie das Amen nach dem Gebet!
Im Gegensatz zu anderen Schürzen besteht die Burggräfler Männerschürze, das “Firtig” aus zwei Stücken, einem “Brüstl” (Brustlatz) mit rundem Halsauschnitt und dem rechteckigen Unterteil mit drei kleinen Falten. Diese Schürze diente früher nur dem Schutz der Kleidung. Sie wird heute auch von der bäuerlichen Bevölkerung nur mehr selten getragen. Die Wirte und Bauern trugen früher an Sonn- und Feiertagen weiße Schürzen. Sie sind die Tracht der Männer zwischen fünf und fünfundsiebzig. Die Schürze heißt im Dialekt “Fürtig” oder “Firtig”, was soviel wie Vortuch bedeutet.
Die Schürzen gehören längst den Weinbauern nicht mehr allein. Sie werden auch von Leuten getragen, die sich bei der Arbeit die Hände nicht schmutzig machen.
Wussten Sie, dass ein aufgedrehter, blauer Schurz „Feierabend“ bedeutet?Nach getaner Arbeit wird die rechte Ecke vom Schurz zum Rücken gezogen und dort in die Schurzbänder eingedreht, während die linke Ecke vorne nach unten schaut.






