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Der Kirchturm im Reschensee

Wer über den Reschenpass gegen Süden reist, wird 5 km nach dem Reschenpass, in Graun im Vinschgau, verwundert auf einem Kirchturm mitten in einem See blicken.

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Der Reschensee ist ein künstlicher Stausee mit einer Länge von 6 km und einer Breite von 1 km. Das Wasserfassungsvermögen beträgt 120 Mio. m³ und erzeugt heute 250 Millionen kWh Strom im Jahr. Bis 1950 gab es am Reschenpass 3 Seen: Den Reschensee, den Mittersee und den Haidersee. Doch wie kam der Kirchturm in den See?

Im Jahre 1949/50 wurden die Dörfer Graun und Reschen im Oberen Vinschgau Opfer eines Stauprojektes. Der mitten aus dem Wasser ragende Kirchturm von Altgraun erinnert noch an vergangene Zeiten. Hier breitete sich einst eine blühende Landschaft aus, mit dem malerischen Dorf GGraun vor dem Stauprojektraun, welches ein stattliches Dorf war, erfüllt vom Durchzugsverkehr zwischen Bozen und Landeck, mit breitgiebeligen Gasthäusern, so der “Adler (Warger) und die “Traube (Reinhartl) als Haltestelle für die Post. Fresken, Erker und Stiegenaufgänge schmückten die Häuser, Blumen zierten die Fenster. 163 Häuser in Graun und in Reschen und 523 ha fruchtbarer Kulturboden fielen den Fluten zum Opfer. Der romanische Turm aus dem 14. Jhr. wurde aus Gründen des Denkmalschutzes stehen gelassen, alle anderen Gebäude wurden vor der Überflutung gesprengt. Über die Hälfte der 650 Bewohner von Graun waren gezwungen in die Fremde zu ziehen.

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