Glurns – Die kleinste Stadt Südtirols
Die Stadt Glurns gehört zu den 8 Städten Südtirol und (italienisch Glorenza) ist mit 886 Einwohnern eine der kleinsten Städte der Alpen. Das Besondere an der Stadt sind die vollständig erhaltenen Stadtmauern, welche die Stad in eine Inner- und eine Außerstadt teilen. Bereits in der Römerzeit war die Stadt eine Verkehrsknotenpunkt an der Via Claudia Augusta, welche den Süddeutschen Raum mit Norditalien verband. Des Weiteren führte an Glurns auch ein wichtiger Handelsweg in die nahe Schweiz vorbei. Der Name Glurnis, Clurne oder Glurens ist vorrömischen oder rätoromanischen Ursprungs und bedeutet so viel wie Hasel- oder Erlenau. 1291 wurde der Stadt von Meinhard II das Marktrecht verliehen und 1304 wurde sie das erste Mal schriftlich erwähnt. Durch die günstige Lage an der Grenze Tirols zur Schweiz und dem Markt wurde Glurns sehr schnell bekannt und reich. Die Landesfürsten förderten die Ansiedlung durch 10-jährige Steuerbefreiung und die Stadt selbst profitierte von Weggebühren und Niederlagsgebühren der durchreisenden Kaufleute. Vor allem wurde am Markt damals mit Salz gehandelt, welches aus Hall in Tirol kam, aber auch mit Früchten aus Italien, Wein Eisen und auch verschiedenen Gewürzen. 1233 wurde Glurns Sitz eines landesfürstlichen Gerichts. Im Mai 1499 wurde nahe Glurns in der Schlacht an der Calven ein überlegenes kaiserliches Heer vom Herr der Drei Bünde vernichtend geschlagen. Im Anschluss daran plünderten die Truppen die Stadt und steckten alles in Brand. Zu dieser Zeit begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt. Die Handelsrouten änderten sich, da das Eisacktal bei Bozen passierbar gemacht wurde, auch war die Stadtbefestigung schon Anfang des 17. Jahrhunderts durch die Entwicklung des Kriegswesens militärtechnisch überholt und somit wertlos. In den folgenden Jahrhunderten wurde Glurns immer wieder Opfen von Bränden und Hochwassern der Etsch. Durch Erbteilungen im 19. Jhr. (in Form der Realteilung) waren Grundstücke entstanden, die das Überleben der Besitzer nicht mehr gewährleisten konnten, viele Bewohner mussten ihren Lebensunterhalt als Karrner suchen, als Wanderhändler, die ihre Ware (Südfrüchte, Kastanien aus dem Süden, Haushaltsgeräte aus dem Norden) auf einem Karren mit sich führten. Erst der erste Weltkrieg setzte dem ein Ende. 1855 verwüstete eine Überschwemmung, die vom Haider See ausging, die Stadt und die 1906 eröffnete Vinschgerbahn endete im benachbarten Mals und brachte dadurch ebenfalls keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Als Glurns nach dem ersten Weltkrieg mit Südtirol an Italien fiel, änderte sich wieder nichts an der wirtschaftlichen Situation. 1931 wurde dann auch das Gericht nach Schlanders verlegt. In den 70-er Jahren begann eine umfassende Sanierung der Stadt, die heute als eines der schönsten und malerischsten Ausflugsziele Südtirols gilt.


